Lernziele
- Die fünf Bestandteile sicher anwenden
- Implizite Annahmen explizit machen
- Prüfkriterien vorab formulieren
Die fünf Bestandteile
Rolle setzt den Bezugsrahmen und das Vokabular. Kontext liefert das Material und die Randbedingungen. Auftrag benennt genau eine Handlung. Format legt die Struktur der Ausgabe fest. Das Prüfkriterium beschreibt, woran ein gutes Ergebnis erkennbar ist — und ist der am häufigsten ausgelassene Teil.
Der Nutzen des Prüfkriteriums ist doppelt: Es verbessert die Ausgabe, weil das Modell darauf hinarbeitet, und es zwingt Sie, vor der Erzeugung zu klären, was Sie eigentlich wollen.
Beispiel
Rolle: Sie prüfen Beschaffungsunterlagen im öffentlichen Sektor. Kontext: [Ausschreibungstext]. Auftrag: Identifiziere widersprüchliche Fristangaben. Format: Tabelle mit Fundstelle, Widerspruch, Schwere. Prüfkriterium: Jede Zeile nennt eine wörtlich zitierte Fundstelle; ohne Zitat keine Zeile.
Negative Anweisungen und Abbruchbedingungen
Sagen Sie explizit, was nicht geschehen soll und was bei fehlender Information zu tun ist. Die wirksamste einzelne Ergänzung in professionellen Prompts lautet sinngemäß: „Wenn die Information im Kontext nicht enthalten ist, gib ‚nicht belegt‘ aus und rate nicht.“
Das verwandelt eine unsichtbare Erfindung in eine sichtbare Lücke — und Lücken lassen sich bearbeiten.
Kernaussagen
- Rolle, Kontext, Auftrag, Format, Prüfkriterium.
- Prüfkriterien vor der Erzeugung formulieren.
- „Nicht belegt“ ist ein wertvolles Ergebnis.
Übung
Schreiben Sie eine Ihrer typischen Anfragen im fünfteiligen Muster neu und vergleichen Sie die Ergebnisse Seite an Seite.
Wissenscheck · formativ
Welcher Bestandteil fehlt in der Praxis am häufigsten?
Dieser Wissenscheck dient dem Lernen. Er ist kein Prüfungselement und hat keine Wirkung auf Zertifizierung oder Zulassung.